Parkfluencer BJÖRN

Auf dem Gründach entsteht Leben, dass sich positiv auf Klima und Umwelt auswirkt.

In Berlin gibt es zahlreiche verschiedene Grünflächen. Eine ganz besondere verbindet zwei Stadtteile und unter ihr verfolgen tausende Menschen Handball- und Volleyballspiele oder jubeln ihren Lieblingskünstler*innen zu. Die Rede ist vom Dach der Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg. Dessen Begrünung wird ökologisch schonend gemäht, und zwar von Schafen des Stadtschäfers Björn Hagge. Er besitzt rund 450 Schafe, die auf unterschiedlichen Grünflächen in und um Berlin weiden. Abgesehen vom Hallendach zum Beispiel auch im Schlosspark Charlottenburg oder auf Flächen rund um den ehemaligen Flughafen Tegel.

Schaf
Schafe fressen selektiv.

Schafe eignen sich in der Stadt sehr gut als Rasenmäher, denn sie sind kaum anfällig für Stress: „Wenn zum Beispiel an Silvester viel geknallt wird, liegen die Schafe unbeeindruckt auf der Wiese, während meine Hunde vor Angst ins Haus flüchten“, so Hagge. Außerdem betreiben sie eine natürliche Art der Grünpflege: „Die Schafe stärken das Ökosystem dadurch, dass sie beim Fressen nicht alle Kleinlebewesen umbringen. Durch den Kot erhöhen sie weiterhin die Biodiversität und in ihrem Wollvlies sammeln sich Samenkörner, die sie dann nach und nach in der Fläche verteilen“, erläutert Björn Hagge weiter. Eine hohe Biodiversität lässt sich auf dem Dach der Halle mit bloßem Auge erkennen: Es wimmelt nur so von Insekten, in den Bäumen und Sträuchern nisten etliche Vögel und zwischen den Schafweiden stehen Bienenstöcke.

Schafe und Bienenkästen auf dem Dach der Max-Schmeling-Halle
Schafe und Bienenkästen auf dem Dach der Max-Schmeling-Halle

Generell sind begrünte Dächer in vielerlei Hinsicht besser als nicht begrünte, das weiß auch Hagge: „Gründächer federn Hitze und Kälte gut ab. Weiterhin tummeln sich hier Tiere und Pflanzen, die sich positiv auf Klima und Umwelt auswirken.“ Durch ihre Dämmung können begrünte Dächer oder Fassaden auch Energie- und Heizkosten sparen. Zudem halten Bauwerksbegrünungen Regenwasser zurück, welches nach und nach verdunstet. Dies hat im Sommer einen kühlenden Effekt auf die Umgebung und entlastet die Kanalisation. Hagge wünscht sich, dass mehr Menschen darüber nachdenken, wie sie Dächer, Fassaden oder auch Balkone begrünen können, um so das Klima in der Stadt zu verbessern und die ökologische Vielfalt im Stadtgrün zu erhöhen.

Parkfluencer Björn Hagge
Parkfluencer Björn Hagge

Im Hinblick auf die Schafe hat er noch einen Wunsch an die Berliner*innen: „Gern beobachten, aber bitte weder füttern noch als Kuscheltiere missbrauchen.“ Denn das könnte den Tieren dann vielleicht doch zu viel werden.