Albrecht
im Münsinger Park
Albrecht

Ich bin Albrecht und komme immer in den Park, wenn ich meinen Sohn von der Kita abhole und nach Hause fahre, rolle oder laufe. Letzte Woche ist ein Hubschrauber im Park gelandet – ein ADAC-Notrufhubschrauber. Wir haben den Landeanflug aus der Ferne gesehen und mein Sohn war total interessiert. Wir sind sofort hinterhergefahren. Der Hubschrauber stand und viele Menschen drumherum. Viele saßen, viele Kinder, viele Erwachsene. Es hatte eine gewisse Gaffermanier. Allerdings verständlich, wenn ein Hubschrauber so nah im Park landet. Wir mussten stehen bleiben, weil mein Sohn Interesse hatte, was dort passierte. Totales Highlight. Daraufhin schaltete sich die erste Person ein und sie erzählte, dass ein Notruf aus dem Nachbarhaus stattfand. Ein Mensch brauchte Hilfe. Alle standen da und warteten auf den Start des Hubschraubers. Viel Polizei und Blaulicht drumherum. Er ist dann für uns völlig spektakulär, für den Piloten ganz normal, gestartet. Das war unser Highlight der jüngsten Geschichte im Park.

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Lucas
im Münsinger Park
Lucas 1 v2

Hallo, ich bin Lucas und wohne in Berlin Spandau. Ich bin 26 Jahre alt und verbringe viel Zeit in den grünen Flecken, die der Bezirk zu bieten hat. Unter anderem der Münsinger Park, wo wir mit einer kleinen Gruppe nach Gottesdiensten immer wieder hingehen, weil dieser Ort bzw. dieser Baum zu einem Treffpunkt geworden ist. Für mich persönlich auch vom Aussehen. Ich finde es großartig, wie er zum einen aussieht, als wäre er umgefallen und tot und zum anderen, als wäre er quer über die Erde gewachsen und immer noch ein paar Blätter trägt. Es erinnert mich ein bisschen an die ganzen Fantasy-Geschichten, die ich als Kind gelesen habe. Wir sitzen dann hier und reden. Dieser Ort hat sich dadurch als Platz von schönen Erinnerungen eingeprägt. Wenn wir mit dem Fahrrad irgendwo hinfahren und in der Nähe eine Pause machen, wird es wahrscheinlich immer hier bei diesem Baum sein.
Auch auf dem Weg in die Flitterwochen haben meine Frau und ich eine kleine Tour gemacht mit dem Fahrrad und mit dem Zug. Kurz hier angehalten. Alles sortiert. Frühstück gegessen und dann weiter. Der Ort wächst mit schönen Erinnerungen nach und nach zu einer ganz besonderen Stelle.

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Nour
im Münsinger Park
Noura

Hallo, ich bin Nour und bin 15 Jahre alt. Ich erzähle euch eine Geschichte, die mir im Park passiert ist. Ich war mit zwei Freunden im Park in Spandau. Wir haben die Schule geschwänzt. Wir sind hergekommen, haben gespielt, gegessen und Jungs getroffen. Meine Freundinnen haben jeweils einen Freund. Wir haben mit den Jungs Fange gespielt.
Schwänzen finde ich sowohl gut als auch nicht gut. Auf der einen Seite macht es Spaß mit Freunden draußen zu sein, aber es nicht gut, weil man lernen muss.
Wir waren zu dritt bei einem Heim und haben dort Leute gesehen, die wir kennen und haben uns versteckt. Wir hatten Angst, weil sie unsere Eltern kennen. Weil wir uns versteckt hatten, haben sie uns nicht gesehen. Wir haben dann Döner, Chips und Cola gegessen.
Heute bin ich mit meiner Mutter und meinen zwei kleinen Brüdern in Spandau. Meine Mutter weiß nichts von dem, was ich gerade erzählt habe.

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Yolanda
im Münsinger Park
yolanda 1
yolanda 2
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Hallo, mein Name ist Yolanda. Ich bin 27 Jahre alt, seit fast drei Jahren in Deutschland und ich bin schwanger. 2019 war ich zum ersten Mal im Münsinger Park. Ich bin einfach herumgelaufen, weil ich niemanden kannte und keine Freunde hatte. Ich habe mir ein Getränk geholt und mich einfach auf eine Bank gesetzt. Drei nette Jungs kamen auf mich zu und dadurch ist eine Freundschaft entstanden. Ich ging mit ihnen jede Woche Freitag oder Samstag in den Park. Von da an knüpfte ich immer mehr Kontakte, da es immer viele Leute im Park gab. Sechs Monate später habe ich eine Beziehung mit einem Mann aus Eritrea angefangen und jetzt erwarten wir unser erstes Baby.
Der Park war ein Treffpunkt für uns. Das ist besonders praktisch für Ausländer, die in einer Erstaufnahmeeinrichtung leben müssen. Hier darf man nur eine Person in seine Wohnung einladen. Während der Pandemie durften wir überhaupt niemanden einladen.
Für mich persönlich ist der Park zu einem Ort geworden, an dem ich Freunde gefunden habe, die nun Familie sind. Und jetzt gründe ich auch meine eigene Familie. Dank der Menschen, die ich kennengelernt habe, fühle ich mich dort wie zu Hause. Es ist nicht einfach, weit weg von meiner Heimat zu sein, daher es ist schön, einen Ort zu haben, an dem man Menschen treffen kann, mit denen man sich verbunden fühlt.

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