Wald gibt's erst in Brandenburg?

Berlin ist reich an Wäldern und die sind für die Berliner*innen gut zu erreichen und sehr abwechslungsreich. Sie sind nicht nur Naherholungsgebiet, sondern sorgen auch für nutzbares und hochwertiges Trinkwasser, ein ausgeglichenes Stadtklima und bieten vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die Berliner Wälder machen knapp ein Fünftel der gesamten Stadtfläche aus.

Was macht den Berliner Wald so besonders? 

Um die Bewirtschaftung und Pflege des Berliner Walds kümmern sich das Landesforstamt, die Forstämtern Pankow, Grunewald, Tegel und Köpenick sowie 28 Revierförstereien. Die Wälder sind seit 2002 zertifiziert durch FSC und den Naturland e.V. – also sind alles echte „Bio-Wälder“.

Die Berliner Wälder werden seit Anfang der 1990er Jahre naturgemäß bewirtschaftet. Die Berliner Forsten haben bereits vor drei Jahrzehnten mit dem Umbau kieferndominierter Bestände zu laubholzreichen Mischwäldern begonnen. Dieser Umbau folgt dem Prinzip der natürlichen Verjüngung. Die Lücken der Kiefernaltbestände werden durch heranwachsende Laubbäume gefüllt und es entsteht Mischwald. Unter Laubbäumen kann außerhalb der Vegetationszeit (Herbst/Winter) mehr Niederschlag den Waldboden erreichen und somit als Grundwasserspende versickern als unter Nadelbäumen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie die in Berlin praktizierte naturgemäße Waldbewirtschaftung zur Anpassung an den Klimawandel beiträgt. Und dabei wird auch noch ein lokaler nachwachsender Rohstoff gewonnen: Holz! 

Bei der Bewirtschaftung der Wälder wird auf seltene und gefährdete Arten, insbesondere stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Tierarten, Pflanzen und Pilze besondere Rücksicht genommen. Zu den gefährdeten Arten gehören viele Tier- und Pflanzenarten, die eigentlich Teil der Offenlandschaft sind, dort aber der industriellen Agrarwirtschaft zum Opfer fielen.

Rund drei Viertel des Berliner Waldes sind einfach oder mehrfach naturschutzrechtlich geschützt: Es werden zum Beispiel seltene Waldbestände und historische Waldaufbauformen (zum Beispiel Hutewälder) in ihrem Bestand erhalten und gepflegt, weil sie wertvolle Dokumente der Waldgeschichte darstellen und die Waldentwicklung veranschaulichen. 

Wieso haben wir in Berlin (noch) so viel Wald? 

Schon 1915 hat sich Berlin (damals der Zweckverband Groß-Berlin) im sogenannten Dauerwaldvertrag dazu verpflichtet, die bestehenden Waldflächen weder zu bebauen noch weiterzuverkaufen, sondern auf Dauer für die Bürger als Naherholungsflächen zu erhalten. Dieser Vertrag gilt bis heute und sichert den Berlinerinnen und Berlinern ihr waldiges Naherholungsgebiet. Gründe waren schon damals die „öffentliche Gesundheitspflege“, die Wasserversorgung für die entstehende Millionenstadt und der Schutz der Wälder vor Bodenspekulation. 

Was lässt sich alles im Wald machen? 

Für Großstadtkinder können Wälder Erlebnisräume sein in denen jenseits der Grenzen und Gefahren der gebauten Stadt die Natur erkundet werden kann. Die eigene Abenteuerlust kann ausgelebt und motorische Geschicklichkeit geschult werden. Neben den vielfältigen Möglichkeiten, die der Wald selbst bietet, stehen 14 Waldspielplätze für einen Ausflug in die verschiedenen Waldgebiete der Stadt zur Verfügung.

Auch die Berliner Waldschulen bieten Kitas, Schulen und Familien die Möglichkeit, den Wald aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu erleben, zu entdecken und mit allen Sinnen Eindrücke und Wissen zu sammeln. 

Es gibt viele Möglichkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schnell in einen Berliner Wald zu gelangen. Wanderempfehlungen und Ausflugstipps sind unter den Links zu den Berliner Forsten zu finden. 

Schnell mit der S-Bahn in den Wald:

  • S Wuhlheide/Hirschgarten/Rahnsdorf/Wilhelmshagen (An diesen Stationen steigt man sogar direkt am Wald aus!)
  • S Grunewald/Nikolassee
  • S Grünau
  • S Buch
  • S Schulzendorf

Weitere Informationen:

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