Straßenbäume selber gießen?

In erster Linie sind die Bezirksämter beziehungsweise die von ihnen beauftragten Firmen für die Wässerung der Stadtbäume zuständig. Wer zu Gießkanne oder Wasserschlauch greifen will, kann allerdings in sehr trockenen Zeiten einen wichtigen und willkommenen Beitrag zur Gesundheit der Stadtbäume leisten.

Denn durch den Klimawandel werden die Sommer im Mittel immer wärmer und es fällt in dieser Zeit auch weniger Regen. Stadtbäume haben es aber nicht nur wegen Trockenheit besonders schwer. Der Lebensraum eines Stadt- beziehungsweise eines Straßenbaumes ist geprägt durch Sauerstoffmangel im Wurzelraum durch verdichteten Boden, wenig Platz und den Eintrag von Stoffen wie Hundeurin an Stamm und in den Boden sowie Streusalz von der Straße. Diese negativen Faktoren kommen noch zu den steigenden Temperaturen und der schlechten Wasserversorgung hinzu. Die Summe dieser Faktoren schwächen die Bäume und machen sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.

Während sich die Altbäume in der Regel mit ausreichend Wasser versorgen können und mittelalte Bäume nur bei sehr großer Hitze und Trockenheit zusätzliches Wasser benötigen, sind Jungbäume auf eine regelmäßige Wässerung angewiesen. Die Jungbäume müssen im Frühjahr tiefgründig gewässert und eventuell gedüngt werden, um ihnen einen guten Start in das Jahr zu ermöglichen.

Richtiges Gießen ist einfach, dennoch sollten einige Hinweise beachtet werden:

Ein Jungbaum (Stammumfang bis 25 Zentimeter) benötigt zweimal im Monat 75 bis 100 Liter Wasser, in Trockenzeiten mehr. Wird zu häufig mit sehr kleinen Wassermengen gegossen, bilden sich die Wurzeln nur oberflächlich aus und wachsen nicht in die Tiefe. Eine tiefgründige Bewurzelung ist aber wichtig, damit sich der Baum später selbst mit Wasser versorgen kann.

Zu beachten ist außerdem:

  • Ob ein Wässern ratsam ist, darüber gibt die „Bodenfeuchteampel“ des Berliner Pflanzenschutzamts Auskunft.
  • Die Wurzeln dürfen nicht durch einen harten Wasserstrahl freigespült werden!
  • Wird zu viel gegossen, vernässt der Standort. In der Folge leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und sterben ab.

Weitere Informationen:

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