Auf Safari in Berlin?

Berlin hat viel zu bieten. Es gibt viel Wald, viel Wasser, viel Gebautes, aber auch viel Stadtrand und alte Gebäude mit vielen Nischen. Also viele verschiedene Lebensräume!

Wer mit offenen Augen auch die kleinen Details seiner/ihrer Umwelt beobachtet und hinterfragt kann eine Menge entdecken. Es gibt aufregende Tiere zu beobachten und das nicht nur im Zoo. Zum Beispiel gibt es in Berlin einige imposante Greifvögel deren Gelege man auch ganz bequem per Webcam beobachten kann. In der Dämmerung kann man Waldohreulen auf dem Tempelhofer Feld bei der Mäusejagd beobachten. Und mit ein wenig Glück erhascht man einen Blick auf den Biber im Karpfenteich des Schlossparks Charlottenburg.
Oft liegt die Faszination auch im Detail. Auch die ganz kleinen Tiere haben Erstaunliches auf Lager. Man muss nur genau hinsehen. Der Neuntöter zum Beispiel – ein kleiner Vogel – spießt seine Nahrung auf Dornen auf und legt sich so auch einen Vorrat an. Dafür braucht er natürlich auch Gebüsche mit Dornen, möglichst dicht, damit seine Vorratskammer versteckt ist. Aufgeräumte Landschaften mag er nicht.
Der Ameisenlöwe ist eine räuberische Insektenlarve die einen Sandtrichter als Falle für Ameisen, Raupen und andere kleine Tiere baut. Unter anderem ist er im Biesenhorster Sand zu finden. Es lohnt sich kleine Trichter im Sand einen Moment zu beobachten. Aber Vorsicht: Bitte nicht zerstören!

Das Moderlieschen dagegen ist im Wasser anzutreffen. Es ist ein ca. neun cm langer, silbrig glänzender Fisch mit verhältnismäßig großen Augen, der in stehenden oder schwach fließenden Gewässern lebt. Das Moderlieschen ist auf der Roten Liste der bedrohten Arten Berlins als gefährdet eingestuft. Da die Tiere empfindlich auf Giftstoffe im Wasser reagieren wurden sie bis vor knapp zehn Jahren in den Berliner Wasserwerken in so genannten Toximetern verwendet, um die Wasserqualität zu überwachen. Sensoren schlagen Alarm, wenn sich die Tiere schneller bewegen oder bestimmte Bereiche des besonders ausgestatteten Aquariums meiden. Zum Glück kam das nie vor. 

Bei Begegnungen mit Wildtieren gilt grundsätzlich: Distanz halten und nicht Füttern! Dies ist umso wichtiger in der Großstadt, da die Tiere hier durch die Enge und die vielen Begegnungen mit Menschen ohnehin ihre natürliche Scheu zu verlieren drohen. Dies kann zu veränderten Verhaltensweisen führen. Die Tiere werden zudem häufiger Opfer von Verkehrsunfällen. Das Füttern von Wildtieren beschleunigt die Gewöhnung an den Menschen lässt die Tiere distanzlos werden. Viele Wildtiere in der Stadt fressen sowieso schon die von Menschen unachtsam liegengelassenen Speisereste. 

Es gibt einige Führungen die auf die Besonderheiten der Tiere in der Stadtnatur aufmerksam machen. Unter anderem findet man Führungen und andere spannende Angebote im Umweltkalender der Stiftung Naturschutz. Die Videoreihe Wildes Berlin mit Derk Ehlert beleuchtet einen Teil der Berliner Stadtnatur und zeigt was man in Berlin entdecken kann und liefert spannende Fakten dazu. 

Wildes Berlin: Unterwegs mit Derk Ehlert - Stiftung Naturschutz Berlin (stiftung-naturschutz.de)

Freizeitaktivitäten Natur Berlin | Führungen zum Thema Natur & Umwelt (umweltkalender-berlin.de)

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