Julia
im Landschaftspark Hertzberge
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Hallo, ich bin Julia. Ich bin 36 Jahre alt. Seit einem halben Jahr lebe ich in Lichtenberg und habe somit auch den Landschaftspark Herzberge entdeckt. Ich finde ihn extrem schön, weil man das Gefühl hat, dass man auf dem Land ist. Man hat auf einmal die Schafe um sich. Diese Stadtfarm – das ist alles so offen ausgelegt, dass man einfach durchlaufen kann. Überall wachsen die Blumen und alles Mögliche, was man auch essen kann. Allerdings ist es nicht abgesperrt. Man kann daran vorbei gehen oder alles abpflücken. Aber das machen die Menschen nicht, sondern es wird darauf hingewiesen, dass das nur die Helfer machen sollen. Das funktioniert anscheinend.
Es gibt eine schöne Bank. Eine Mosaikbank, die ein bisschen an Gaudi erinnert, an den Park in Barcelona. Ich war mit einer Freundin in Barcelona im Urlaub, wo wir irgendwann in dem Garten von Gaudi waren, wo alles mit Mosaiken besetzt war. Diese Freundin sehe ich sehr selten, weil sie sehr lange schon in Australien lebt. Als ich das erste Mal bei Herzberge hier in den Park kam, hat mich das daran erinnert. Das war eine schöne Erinnerung an sie und an diesen Ort in Barcelona.
Es ist ein großer Kindermagnet, weil Kinder es toll finden, sich die ganzen Mosaike anzugucken, alles anzufassen und sich draufzusetzen. Mir macht das Spaß, das zu beobachten.

Isi
im Landschaftspark Hertzberge
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Mein Name ist Isi. Ich bin 42 Jahre alt und wohne seit fast 16 Jahren in der Nähe des Landschaftsparks. Ich habe hier schon die Geburt von Schafen erlebt. Es leben ungefähr 50 Schafe hier. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Geburt von zwei Lämmern. Es war Ostern, aber das Jahr weiß ich nicht mehr. Vormittags, neun oder halb zehn kam das erste Lämmchen auf die Welt und fünf Minuten später das zweite. Ich habe hier nur gesessen, weil ich auf einen Mitarbeiter gewartet habe, der hier offiziell arbeitet. Ich habe ihm gesagt, dass zwei Lämmer geboren wurden. Wir sind dann rein. Er hat sie gepackt und hat sie mit der Mama in eine Box gesetzt. Sie haben die Schafe mit den Lämmern, die schon auf der Welt waren, von Koppel zu Koppel gebracht. Es ist aufregend zu sehen, wie neues Leben in die Welt gesetzt wird.

Danny und Isi
im Landschaftspark Hertzberge
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DANNY: Mein Name ist Danny und ich bin 42 Jahre alt. Das Hecheln im Hintergrund ist Lupo. Er ist 10 Monate alt. Und hier ist noch Isi, auch 42 Jahre alt. Als Lupo noch ein kleiner Welpe war, wurde ich plötzlich von der Seite angeschrien: „Eh Danny.“ Ich zuckte zusammen, aber es war nur die freundliche Isi. Sie sagte “Hallo“ und hatte damals noch nicht so viel Zeit, weil sie auch beschäftigt war.
Vor zwei Wochen, am 21.6., am Donnerstag, dem längsten Tag des Jahres begab es sich, dass ich nach der Nachschicht nur eine kleine Runde spazieren gehen wollte. Ich kam an einer Bank vorbei und der Hund zerrte seinen Ball hinterher und wir waren schon fast wieder weg, als ich wieder meinen Namen hörte. Da saß Isi auf der Bank und wollte sich die Sonnenfinsternis anschauen. Wir haben uns dann über alte Zeiten unterhalten.

ISI: Vor zwanzig Jahren haben wir uns das letzte Mal gesehen. Wir haben beide zusammen in einem Kinderheim in Waldsieversdorf in Brandenburg gelebt. Nach zwanzig Jahren sind wir uns dann wieder das erste Mal über den Weg gelaufen. Ich musste auch nicht lange überlegen, ob er es ist. Ich wusste es sofort.

DANNY: Es war es so, als hätten wir uns vor 14 Tagen im Heim verabschiedet. Wahrscheinlich ist das, das Besondere. Das hätte wahrscheinlich auch nicht mit jeder Person so funktioniert.

ISI: Es ist schon eine coole Sache, wenn du weißt, mit dem bist du groß geworden. Und nach zwanzig Jahren läuft er dir einfach über den Weg. Das ist schon witzig. Ich hoffe, dass es noch hält mit dem Kontakt und das auch eine Freundschaft entsteht.

DANNY: Man kann sagen, dass dieser Park in Verbindung mit dem Hund dazu geführt hat, dass ich genau an diesem Tag, an diesem Zeitpunkt, an dieser Bank vorbeigelaufen bin, wo Isa saß und sich die Sonnenfinsternis angeguckt hat.