Bürgerpark Pankow

Zwischen Panke und dem Bahngelände Wollankstraße liegt der Bürgerpark Pankow im Norden der Stadt. Was hier mitten in der Nacht passierte, als sich eine Schwangere und ein Partymensch trafen, erzählt Maya in ihrer Parkgeschichte. Jetzt lesen!

Wilma
im Bürgerpark Pankow
BArgerpark Pankow Ernst und Wilma4

Hallo, ich bin Wilma und 21 Jahre alt. Ich bin hier mit meiner Freundin Ernst, die 22 Jahre alt ist. Sie wohnt in Pankow, weshalb wir oft hier in den Bürgerpark kommen, um spazieren zu gehen oder zu feiern. Vor zwei Jahren waren wir hier mit einer kleinen Gruppe. Neben uns war eine größere Gruppe mit russischen jungen Menschen, die Musik mit einer riesengroßen Box gehört haben. Sie wirkten sehr einladend und wir haben gefragt, ob wir mittanzen könnten oder ob sie das stört. Sie waren sehr herzlich, aber wir konnten uns gegenseitig nicht verstehen. Sie sprachen kein Deutsch und wir kein Russisch. Wir haben trotzdem lange zusammen gefeiert und eine Polonaise gemacht, bis die Polizei kam und das Ganze aufgelöst hat. Wir haben es alle nachvollziehen können, aber es war schade, weil alle eine gute Zeit hatten und wir auch dachten, dass wir niemanden stören würden, weil die nächsten Anwohner noch ein Stück weiter weg wohnen.
Man könnte eine bestimmte Uhrzeit ausmachen, zu der es erlaubt ist, damit junge Menschen die Möglichkeit haben, offiziell in Parks zu feiern, an der frischen Luft zu sein und die Sommernächte auch genießen zu können. Dass man festlegt zu welcher Uhrzeit es eine Belästigung wird, damit man sich daran auch halten kann.

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Maya
im Bürgerpark Pankow
Foto BArgerpark Pankow Maya2

Ich bin Maya und im Bürgerpark Pankow. Ich bin oft hier zum Spazieren und zur Erholung. Vor ein paar Jahren war ich hochschwanger und ich bekam morgens um drei Uhr die Wehen. Uns wurde empfohlen, noch ein bisschen Spazieren zu gehen, weil man das so macht, wenn man gebärt. Wir sind durch den Park gelaufen und wenn man Wehen hat, geht es einem nicht so gut. Es wird einem auch ein bisschen übel, kreislaufmäßig. Uns kam ein Typ entgegen. Partymensch. Typisch Berliner mit Tattoos und Punker. Er hatte einen großen Döner in der Hand. Er lief uns auf dem Weg entgegen und ich mit meinen Wehen alle drei, vier Minuten schrie im Park herum, wo er schon etwas komisch guckte. Just in dem Moment, als er fünf bis sieben Meter vor uns entfernt war, musste ich mich nach rechts beugen und mich übergeben. Das hatte zur Folge, dass der Typ auf mich guckte, auf den Döner, wieder auf mich, den Döner in die Ecke feuerte und einfach weiterging. Ganz nach dem Motto „Gott, jetzt ist mir schlecht.“ Als das passiert war und ich einigermaßen wieder konnte, war das für uns die Geschichte, weil es einfach superlustig war. Partymensch in Berlin. Alles so typisch. Hartgesotten. Dann kommt die Schwangere, spuckt dir vor die Füße, du wirfst deinen Döner weg und gehst schnell nach Hause, weil das gar nicht geht.
Ich glaube, er war nur geschockt und hat überhaupt nicht verstanden, was passiert war. Ich finde es schön, dass in Berlin so viele Sachen nebeneinander existieren. Dass die Schwangere nachts auf dem Weg zum Geburtshaus läuft und gleichzeitig der Punker von seiner Party kommt. Irgendwie gehört der Park allen. Alle laufen durch und treffen sich. In den meisten Fällen geht man aneinander vorbei und alles ist friedlich. In diesem Falle?! „Hmm.“

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Klara
im Bürgerpark Pankow
Fotos Bürgerpark Pankow Klara
Bild: Mehrwertvoll e. V.

Hallo, ich bin Klara und ich bin neun Jahre alt. Ich war mit einmal mit meiner Mama und meinem Hund draußen und da saß auf der Bank eine Frau, die eine sehr komische Pose hatte. Sie saß schlaff da und hatte ihren Kopf zwischen den Beinen herunterhängen. Sie hat sich auch zehn Minuten nicht bewegt, deshalb haben wir überlegt, ob wir sie ansprechen sollten. Vielleicht musste sie auch nur ihren Rausch ausschlafen und wir wollten sie auch nicht stören. Wir haben dann überlegt, was wir machen können. Wir haben beschlossen erstmal weiterzugehen und auf dem Rückweg nochmal nach ihr zu sehen. Als wir dann wiederkamen, saß sie schon wieder anders und hat die Knie angewinkelt, was nicht mehr so unheimlich aussah.
Auf den ersten Blick sah sie aus, als wäre sie tot. Das hat mich erstmal erschreckt, aber man hat sie leicht atmen sehen und das war unheimlich. Sie hat sich nicht gerührt und es sah auch nicht aus wie Yoga, eher als wäre sie krank oder tot. Im Nachhinein haben wir nochmal darüber nachgedacht und haben uns ziemlich geärgert, dass wir uns nicht getraut haben, sie anzusprechen, weil wenn sie wirklich einen Herzinfarkt hätte oder es ihr schlecht ginge und sie einen Arzt bräuchte, wären wir schuld daran, dass sie es nicht überlebt hätte. Wir hätten ihr früher helfen müssen. Man ist manchmal ein bisschen feige, wenn man nicht richtig weiß, wie sie reagieren, weil sie auch aggressiv werden können. Zum Beispiel weil sie Alkohol getrunken haben. Eigentlich müsste man sie ansprechen. Sicher ist sicher. Ich würde empfehlen, das nicht allein zu machen, sondern mindestens zu zweit.

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